http://schach.arnoldi-gym.de/wp-content/uploads/2016/12/schach-team-header-arnoldi.jpg
http://schach.arnoldi-gym.de/wp-content/uploads/2016/11/schule-header-arnoldi2.jpg
http://schach.arnoldi-gym.de/wp-content/uploads/2016/12/schach-training-header-arnoldi.jpg
http://schach.arnoldi-gym.de/wp-content/uploads/2016/11/schulhaus-header-arnoldi2.jpg
http://schach.arnoldi-gym.de/wp-content/uploads/2016/12/schach-turnier-header-arnoldi.jpg
http://schach.arnoldi-gym.de/wp-content/uploads/2016/11/schule-strasse-header-arnoldi.jpg
http://schach.arnoldi-gym.de/wp-content/uploads/2016/12/schach-detail-header-arnoldi.jpg
http://schach.arnoldi-gym.de/wp-content/uploads/2016/11/schule-header-arnoldi3.jpg

Persönlichkeiten

Heinz Rätsch wurde am 13.12.1934 in Apol­da geboren. Das Schachspie­len erlernte er im Alter von 12 Jahren in der Kinder­heil­stätte Egen­dorf bei Weimar. Mit 16 Jahren trat er in den Schachvere­in Empor Weimar ein. Als Thüringer Jugend­meis­ter nahm Heinz Rätsch an den DDR-Jugend­meis­ter­schaften 1953 in Brandenburg/Havel teil, belegte den 7.Platz und ver­passte damit nur um einen Platz die gesamt­deutschen Jugend­meis­ter­schaften. In Gotha absolvierte er seine Armeezeit und lernte dort auch seine Frau ken­nen. In der Mannschaft von Motor Gotha feierte er den unun­ter­broch­enen Auf­stieg von der Bezirk­sklasse bis in die höch­ste Spielk­lasse der DDR – die Son­derli­ga. Immer ohne Train­er gelan­gen Heinz Rätsch her­aus­ra­gende Einzel­ergeb­nisse, welche die Aufmerk­samkeit der Train­er und Offiziellen des Deutschen Schachver­ban­des der DDR ein­bracht­en. Beru­fun­gen zu Län­derkämpfen, der Scha­cholympiade 1960 in Leipzig und die Ein­ladung zum Inter­na­tionalen Lasker-Gedenk­turnier 1962 in Berlin waren angenehme Fol­gen für den Auto­di­dak­ten. Zwis­chen­zeitlich hat­te Rätsch beru­flich seine Aus­bil­dung als Sportlehrer an der Deutschen Hochschule für Kör­perkul­tur und Sport in Leipzig abgeschlossen. Deshalb nahm er 1965 ein Ange­bot des SC Leipzig an, als haup­tamtlich­er Sport­club-Train­er zu arbeit­en. Bis 1976 war er hier aktiv und fungierte zu jen­er Zeit auch als Ver­band­strain­er für den Nach­wuchs beim DSV der DDR. Schon damals bestand sein Hauptziel darin, schachin­ter­essierten Kindern und Jugendlichen fundierte Ken­nt­nisse über das Spiel der Spiele zu ver­mit­teln. Im Jahre 1972 gehörte Heinz Rätsch zum Train­er­stab bei der Inter­na­tionalen Scha­cholympiade im make­donis­chen Skop­je, da seine Spiel­er vom SC Leipzig das Gros der National­mannschaft der Män­ner des DSV der DDR stell­ten. Nach 12 Jahren erfol­gre­ich­er Arbeit in Leipzig sah sich Rätsch gezwun­gen, um seine Abberu­fung zu bit­ten, nach­dem ihm von den Oberen des DDR-Schachs zu Unrecht vorge­wor­fen wurde, seine Train­ings­ma­te­ri­alien an “den West­en” verkauft zu haben. 1989 bekam Heinz Rätsch einen Ver­trag als Frauen-Ver­band­strain­er im DSV der DDR, nach­dem die alten Oberen ent­lassen wor­den waren und die Spiel­er um seine Rück­kehr gebeten hat­ten. So arbeit­ete er z. B. 1990 als Coach der DDR-Frauen-National­mannschaft bei der Schach-Olympiade in Novi Sad (Ser­bi­en). Im Eini­gungsver­trag zwis­chen den bei­den deutschen Schachver­bän­den wurde seine Über­nahme in den Deutschen Schachbund fix­iert. Nach zwei Jahren Bun­de­strain­er der Damen (u.a. 1992 Coach der Damen-National­mannschaft der BRD bei der Schach-Olympiade in Manila/Philippinen) wurde sein­er Bitte entsprochen, erst­ma­lig im DSB einen Bun­desnach­wuch­strain­er zu etablieren. Diese Funk­tion erfüllte Heinz Rätsch bis zu sein­er Ver­ab­schiedung im Rah­men der Kinder-und Jugendwelt­meis­ter­schaften 1999 in Orope­sa (Spanien) sehr engagiert mit Leben und Kreativ­ität. In sein­er Funk­tion als Bun­desnach­wuch­strain­er hat­te Heinz Rätsch großen Anteil am Gewinn von zwei Welt­meis­ter­titeln, einem Europameis­ter­ti­tel sowie zahlre­ichen Sil­ber- und Bronzemedaillen. Er trug wesentlich dazu bei, dass sich Spiel­er wie L.Vogt, R.Knaak, U.Bönsch,Th.Pähtz sen., R.Tischbierek, E.Pähtz, A.Naumann, D.Baramidze u.a. zu inter­na­tionalen Titel­trägern und weltweit beachteten Schach­per­sön­lichkeit­en entwick­el­ten.

   Jahre­langer Ref­er­ent bei Deutschen Schulschachkon­gressen

Damit waren die lan­gen Jahre der haup­tamtlichen Tätigkeit Geschichte. Aber zum Glück ver­schrieb sich Heinz Rätsch auch nach sein­er aktiv­en Lauf­bahn den magis­chen 64 Feldern. Nach wie vor lässt er keine Gele­gen­heit aus, seine Erfahrun­gen weit­eren Gen­er­a­tio­nen zu ver­mit­teln. Davon prof­i­tiert in beson­derem Maße seit 2011 die Arnold­is­chule. Hier trainiert Heinz Rätsch ein Mal wöchentlich die beson­ders leis­tungsstarken Schachspiel­er unser­er Schule und ist somit ein zen­traler Baustein des Schulkonzeptes unseres Gym­na­si­ums — der Begabten­förderung. Wir sind sehr stolz darauf, dass die Train­er­legende Heinz Rätsch sein reich­haltiges schachlich­es Wis­sen in einzi­gar­tiger method­is­ch­er Form an unsere Kinder und Jugendlichen weit­ergibt. Denn welche Schule kann schon von sich behaupten, einen langjähri­gen ehe­ma­li­gen Bun­de­strain­er in ihren Rei­hen zu haben?!!!
Aktuell spielt Heinz Rätsch bei seinem Heimatvere­in SC Gotha 98 e.V. neben vie­len sein­er Arnol­di-Schachschüler in der 1. Mannschaft immer noch sehr erfol­gre­ich.

   Heinz Rätsch an der Arnold­is­chule im Herb­st 2011

   Die Train­er­legende in seinem Ele­ment

   Heinz Rätsch wurde Ehren­mit­glied der Schach-AG unseres Gym­na­si­ums

   Ernen­nung­surkunde

Natür­lich fand ein solch­es Leben für den Schachsport auch entsprechende Würdi­gun­gen. Anlässlich der Eröff­nungsver­anstal­tung der Deutschen Jugen­deinzelmeis­ter­schaften in Will­in­gen 2007 wurde Heinz Rätsch mit der Sil­ber­nen Ehren­nadel des Deutschen Schachbun­des geehrt.

   Die Ausze­ich­nung wurde durch den ersten Vor­sitzen­den der Deutschen Schachju­gend, Patrick Wiebe, vorgenom­men.

Auch seine alte Heimat­stadt würdigte das lebenslange erfol­gre­iche schachliche Wirken von Heinz Rätsch: Im Dezem­ber des Jahres 2011 erhielt er im Rah­men der Sportlerehrung der Stadt Gotha von Knut Kreuch den “Ehren­brief im Sport des Ober­bürg­er­meis­ters der Res­i­den­zs­tadt Gotha”.

Seit dem Engage­ment von Heinz Rätsch an der Arnold­is­chule gab es einen spür­baren Qual­itätssprung unser­er Schachschüler. Zahlre­iche Erfolge bele­gen dies.


Im Jahr 2016 gewann die WK III im ost­friesis­chen Aurich den Titel des Deutschen Schulschach-Vize­meis­ters!


Auch der Fördervere­in und der Schulleit­er würdigten die erfol­gre­iche Arbeit unseres Spitzen­train­ers!

 

Alex besuchte seit dem Schul­jahr 2004/05 die Arnold­is­chule und trat sofort der Schach-AG bei, da er das „königliche Spiel“ bere­its im Alter von 5 Jahren von sein­er Mut­ter erlernte und seit 2002 der ZSG Grün-Weiß Wal­ter­shausen ange­hörte. Seit dieser Zeit entwick­elte sich Alex zum stärk­sten Schachspiel­er unseres Gym­na­si­ums, wurde dabei drei Mal Schulschachmeis­ter (mehr Titel ließ die Pro­jek­t­wochenor­gan­i­sa­tion unser­er Schule lei­der nicht zu) und zur tra­gen­den Säule unser­er AG. Seine her­aus­ra­gen­den schachlichen Fähigkeit­en führten dazu, dass der Schüler zum Schach-Leis­tungskad­er des Freis­taates Thürin­gen gehörte. Somit war Alex Steinack­er nicht nur der beste Schachspiel­er unser­er Schule, son­dern auch ein­er der besten in ganz Thürin­gen!

Alex kon­nte bere­its sehr oft sein außergewöhn­lich hohes schachlich­es Kön­nen unter Beweis stellen. So wurde er neben unzäh­li­gen Malen Kreis­meis­ter beispiel­sweise in den Jahren 2003 – 2005 Nordthüringer Meis­ter. Bei der erst­ma­li­gen Teil­nahme an den Einzel-Lan­desmeis­ter­schaften errang Alex 2003 den 13.Platz. Im darauf­fol­gen­den Jahr belegte er bere­its den 9.Platz, 2005 holte er einen glänzen­den Rang 4 und im Jahre 2006 schließlich wurde er Thüringer Lan­desmeis­ter! Als solch­er trat Alex bei den Deutschen Einzelmeis­ter­schaften an und kon­nte dabei einen her­vor­ra­gen­den 26.Platz erkämpfen. Im Jahre 2010 erkämpfte sich Alex in der Alter­sklasse U18 den Titel des Thüringer Jugend­meis­ters. Diesen sicherte er sich in Dit­trichshütte, wo er sich gegen den starken Jenenser Bajar Saran sowie gegen Lukas Schade­berg (SV Ammern) und Christoph Wolff (Stadtilm) durch­set­zen kon­nte. Ein toller Erfolg! Bei den Deutschen Meis­ter­schaften in Ober­hof erkämpfte er daraufhin einen guten 25.Platz. Im darauf­fol­gen­den Jahr sicherte sich Alex den Bronz­erang bei der Thüringer Einzelmeis­ter­schaft der Erwach­se­nen und wurde noch dazu Vize­landesmeis­ter in der U18. Weit­er­hin gewann Alex 2011 sou­verän das tra­di­tion­sre­iche 28.Jugendopen des SV Empor Erfurt. Alex war von der ver­sam­melten – auch inter­na­tionalen – Konkur­renz (ins­ge­samt 96 Teil­nehmer) nicht zu stop­pen und siegte am Ende mit errun­genen 6,5 von möglichen 7 Punk­ten sou­verän mit einem Punkt Vor­sprung auf den favorisierten Ros­tock­er Willi Skibbe. Gegen diesen gab Alex seinen einzi­gen hal­ben Punkt ab.
Auch im Team wusste Alex immer zu überzeu­gen. So erre­ichte er 2004 (mit 4,5 von 7 möglichen Punk­ten) einen tollen 9.Platz bei den Deutschen Mannschaftsmeis­ter­schaften. Im gle­ichen Jahr trug Alex auch zum sehr guten Abschnei­den sein­er ehe­ma­li­gen Grund­schule (GS „Friedrich Hol­bein“ Wal­ter­shausen) im Rah­men der Deutschen Schulschachmeis­ter­schaften bei (Rang 13). Das Jahr 2006 sollte auch für Alex´ Team einen großen Erfolg ver­heißen: Thürin­gen­meis­ter und 18. Platz bei der Deutschen Meis­ter­schaft. Dabei kon­nte unser Alex 4 von 6 Punk­ten holen.
Als Mannschaft­skapitän des Schulschachteams der Arnold­is­chule agierte Alex eben­so stets mehr als überzeu­gend. Er führte unsere Mannschaft zu zwei Vize­landesmeis­ter­titeln in Erfurt und errang mit „sein­er“ Truppe weit­er­hin drei Mal den Bronz­erang im Freis­taat Thürin­gen!
Auch im Rah­men inter­na­tionaler Schachturniere ver­trat Alex mit sein­er Mannschaft die Arnold­is­chule Gotha erfol­gre­ich – der größte Erfolg kon­nte im Sep­tem­ber des Jahres 2010 gefeiert wer­den: 1. Platz beim europaweit­en Inter­na­tionalen Jugend­turnier im Fürsten­tum Liecht­en­stein!


Der jahre­lange Mannschaft­skapitän der Arnol­di-
Schulschachmannschaft hoch konzen­tri­ert.


Alex holte 2010 nicht nur Mannschafts­gold mit seinem
Team in Liecht­en­stein, son­dern kon­nte sog­ar auch
noch die Einzel­w­er­tung gewin­nen!

   Auch die Presse würdigte seine bären­starken Leis­tun­gen.

Im Jahr 2010 schloss sich Alex aus sportlichen Grün­den dem Erfurter Schachk­lub an, wo er die Möglichkeit erhielt, seine Spiel­stärke in der 2.Bundesliga weit­er zu verbessern. Bei den Deutschen Vere­ins­meis­ter­schaften der U20 holte er (am ersten Brett) mit seinem Erfurter Team 2011 in Osnabrück sogle­ich einen glänzen­den 5.Platz. Im Jahr 2015 schließlich kon­nte der Auf­stieg in die höch­ste deutsche Spielk­lasse (Bun­desli­ga) geschafft wer­den! Ein grandios­er Erfolg!!!
Da Alex nicht nur alle fach­lichen, son­dern auch sozialen Kom­pe­ten­zen wie offenes Zuge­hen auf jün­gere Schüler, Beschei­den­heit, selb­stver­ständlich­es Abgeben von angeeignetem Wis­sen oder natür­liche Fre­undlichkeit ohne „Staral­lüren“ besitzt, war er bei den jun­gen Schachspiel­ern unser­er Schule stets sehr beliebt und anerkan­nt und wurde sog­ar in die Train­ingsar­beit unser­er Schachgruppe einge­bun­den.

Alex trug durch seine pos­i­tiv­en Charak­tereigen­schaften und schachlichen Erfolge wesentlich zur guten und schnellen Entwick­lung des Schachsports an unserem Gym­na­si­um bei.

An der Arnold­is­chule ist Schach in den let­zten Jahren zu ein­er fes­ten Größe des Schullebens gewor­den, die von den Eltern, der Schulleitung und vom Fördervere­in unseres Gym­na­si­ums sehr gewürdigt wird. Außer­dem kon­nte sich die Arnold­is­chule Gotha im Schulschach einen über die Kreis­gren­ze hin­aus bekan­nten Namen machen. Selb­st dem Deutschen Schachbund ist seit der Inter­na­tionalen Scha­cholympiade in Dres­den 2008, wo die Arnold­is­chule ihr Part­ner­land Liecht­en­stein erfol­gre­ich ver­trat, bekan­nt, dass unser Gym­na­si­um zu den engagiertesten Bil­dung­sein­rich­tun­gen Deutsch­lands gehört, welche mit dem Schachspiel viele pos­i­tive Grun­deigen­schaften der Schüler fördert und sie damit auch auf das Leben nach der Schule vor­bere­it­et. In diesem Zusam­men­hang hat sich die Deutsche Schachju­gend entschlossen, unserem Gym­na­si­um im Jan­u­ar 2011 den Titel „Erste Deutsche Schachschule Thürin­gens“ zu ver­lei­hen. Eine große Ehre für uns — und an all diesen Erfol­gen hat die Per­son Alex Steinack­er einen sehr großen Anteil!


Vie­len Dank, lieber Alex, für dieses tolle Abschieds­geschenk
zum erfol­gre­ichen Abitur 2012. Es hat einen Ehren­platz im
Schachraum deines Gym­na­si­ums ein­genom­men!

David Baramidze (geb. am 27.09.1988 in der geor­gis­chen Haupt­stadt Tbilis­si) ist ein Inter­na­tionaler Schachgroßmeis­ter, mehrfach­er deutsch­er Meis­ter, Jugend-Vizewelt­meis­ter und deutsch­er Nation­al­spiel­er. Mit fünf Jahren erlernte David das Schachspie­len. Ab dem Alter von sieben Jahren betrieb er es als Leis­tungss­port, und bere­its bei sein­er drit­ten Turnierteil­nahme gewann er als Achtjähriger die geor­gis­che Meis­ter­schaft. Diesen Erfolg kon­nte er im Fol­ge­jahr sog­ar noch ein­mal wieder­holen. 1997 und 1998 fol­gten schließlich zwei 2.Plätze bei der Europameis­ter­schaft der 10-Jähri­gen. David über­siedelte 1998 mit sein­er Fam­i­lie (Eltern und zwei Schwest­ern) nach Deutsch­land — zunächst nach Hes­sen und kurz darauf nach Thürin­gen — und nahm die deutsche Staats­bürg­er­schaft an. Schnell hat­te er sich auch hier einen Namen als großar­tiges Schachtal­ent gemacht. Das erste DWZ-gew­ertete Turnier von Baramidze war das U25-Open in Kas­sel 1998. Mit 3½ aus 7 erre­ichte er eine Erst-DWZ von 1784. Nach nicht ein­mal einem Jahr knack­te er die 2000 und noch ein Jahr später bere­its die 2200 — als 11-Jähriger! Mit 12 Jahren erre­ichte er bei ein­er Simul­tan­ver­anstal­tung in Frankfurt/Main ein Remis gegen Gar­ri Kas­parow. Im Alter von 13 gewann er einen Wet­tkampf gegen Alisa Mar­ic 4½:3½.
David spielte schon deutsch­landweit renom­mierte Turniere und ging damals für die ZSG Wal­ter­shausen an den Start, wo er vom heuti­gen Arnol­di-Schachtrain­er Heinz Rätsch trainiert wurde. Im Schul­jahr 2000/2001 besuchte David zusam­men mit sein­er Schwest­er Meri­am die Klasse 5/4 der Arnold­is­chule und war gle­ichzeit­ig Mit­glied unser­er Schach-AG, deren Spiel­ern er oft wertvolle Tipps geben kon­nte.

   So kan­nten die Arnoldian­er David zu sein­er Zeit in Gotha.

   Gruß aus Dort­mund zurück nach Gotha.
 Noch während des laufend­en Schul­jahres wech­selte er aus sportlichen Grün­den nach Dort­mund. Hier wurde er vom Vere­in Dort­mund-Brack­el gefördert; trainiert wurde er zeitweise von Michael Bezold.
Mit 14 Jahren bekam David 2002 den Titel eines Inter­na­tionalen Meis­ters und im Jahr 2004 wurde er  Inter­na­tionaler Großmeis­ter. Außer­dem wurde er 2004 mit der deutschen Mannschaft bei der Europäis­chen Jugend-Mannschaftswelt­meis­ter­schaft U18 in Bel­grad Europameis­ter. Sein größter bish­eriger Erfolg war die Sil­ber­medaille bei der Schach-Jugend-Welt­meis­ter­schaft eben­falls 2004 in Her­ak­lion auf Kre­ta, wo er für die Bun­desre­pub­lik Deutsch­land in der Kat­e­gorie U16 antrat.

   David in Her­ak­lion (vorn links)

Der Wet­tkampf wurde in fünf Alter­sklassen nach Jun­gen und Mäd­chen getren­nt mit ins­ge­samt fast 1000 Teil­nehmern aus 78 inter­na­tionalen Ver­bän­den durchge­führt. Bei der Män­ner-Europameis­ter­schaft in Kusadasi erre­ichte er den geteil­ten 3.Platz. Beim FIDE-Weltcup 2007 in Chan­ty-Man­si­jsk kon­nte er in der 1.Runde den englis­chen Inter­na­tionalen Großmeis­ter Nigel Short auss­chal­ten, scheit­erte aber später lei­der an Leinier Dominguez.
Baramidze spielte in der Schachbun­desli­ga zunächst für die SG Solin­gen, wech­selte 2006 zum TSV Bind­lach-Aktionär und 2008 zum Ham­burg­er SK. Aktuell ist er für den SV Hock­en­heim im Ein­satz. Außer­dem spielt David in der öster­re­ichis­chen 1.Bundesliga für den SK Hohen­ems. Im April 2007 begann sich Baramidze voll auf Schach zu konzen­tri­eren: Er brach die Schule in der 11.Klasse ab. Im Juli des­sel­ben Jahres trat er seinen 18-monati­gen Wehr­di­enst bei der Bun­deswehr an. In den ersten bei­den Monat­en nach der Ein­beru­fung absolvierte er die Grun­daus­bil­dung, danach erfol­gte die Ver­set­zung zur Sport­förder­gruppe. Deren Stan­dort war Franken­berg, in Halle (West­falen) wurde er vom deutschen Bun­de­strain­er Uwe Bön­sch trainiert — gemein­sam mit Elis­a­beth Pähtz und Arik Braun. Nach dieser Sta­tion entschloss sich David doch noch, sein Abitur nachzu­holen, um sich somit die Möglichkeit für ein zweites beru­flich­es Stand­bein zu ver­schaf­fen. Als ganz beson­deres Erleb­nis im Rah­men der Inter­na­tionalen Scha­cholympiade in Dres­den 2008 bot sich der Del­e­ga­tion unseres Gym­na­si­ums die Gele­gen­heit, unseren ehe­ma­li­gen Arnold­is­chüler zu tre­f­fen. David spielte näm­lich in Dres­den im Team der 1.Männer-Nationalmannschaft der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land! Dabei bekam „unser” David vom Nation­al­train­er Uwe Bön­sch ein „her­aus­ra­gen­des Ergeb­nis” attestiert (4 Siege, 2 Remis, 1 Nieder­lage).

   David (3.v.l.) im Team der deutschen National­mannschaft in Dres­den.

   Auf der Bühne des Inter­na­tionalen Kon­gresszen­trums in Dres­den.

   Wid­mung an seine alte Schule.

   Der Großmeis­ter inmit­ten unser­er begeis­terten Schulschachmannschaft in Dres­den.

   Unsere Schüler im Gespräch mit dem ehe­ma­li­gen Arnoldian­er.

   Der Großmeis­ter und sein ehe­ma­liger AG-Leit­er.

Für die Schüler unser­er Schule war es deshalb natür­lich neben unser­er guten Platzierung das größte High­light in Dres­den, David im und außer­halb des Turnier­saales zu tre­f­fen und mit dem ehe­ma­li­gen Arnold­is­chüler ins Gespräch zu kom­men. So erfuhren wir inter­es­sante Einzel­heit­en über seinen Werde­gang sowie seine schachsportlichen Ziele und drück­ten unseren Stolz darüber aus, ein solch promi­nentes ehe­ma­liges Schach-AG-Mit­glied getrof­fen zu haben. Zum Schluss vere­in­barten wir mit David, nun weit­er in Kon­takt zu bleiben und sprachen bere­its über die Möglichkeit eines Besuch­es sein­er alten Schule in Thürin­gen.
David ist seit 2014 Vater eines süßen Sohnes, wohnt in Günzburg und begeis­tert sich neben Schach auch für Fußball und Ten­nis und ist gern mit Fre­un­den unter­wegs.
Derzeit liegt er mit ein­er ELO von 2607 (Stand: Feb­ru­ar 2014) auf Platz 5 der deutschen Ran­gliste. Bis Dezem­ber 2006 war er unter den TOP 20 der FIDE Junioren-Wel­tran­gliste!
Im Früh­jahr 2014 war es endlich so weit und der ehe­ma­lige Arnold­is­chüler und heutige Großmeis­ter besuchte seine alte Schule und gab ein großar­tiges Simul­tanspek­takel in der Aula gegen 27 hoch motivierte Arnoldian­er.


Mit dabei in der fes­tlich “gek­lei­de­ten” Aula war auch der ehe­ma­lige Schach-Arnoldian­er Alex Steinack­er, der David aber trotz sein­er über 2000 DWZ keine Nieder­lage beib­rin­gen kon­nte.
Vie­len Dank für deinen Aufritt in Gotha, lieber David — und auf ein Wieder­se­hen! Toll, so ein großar­tiges und sym­pa­this­ches Vor­bild für unsere Schachschüler zu besitzen!!!

Ludek Pach­man wurde 1924 in Bela pod Bezdezem (Tschechien) geboren. Er gab sein inter­na­tionales Debüt 1943 beim Turnier in Prag, das von Welt­meis­ter Alexan­der Aljechin gewon­nen wurde. Zwis­chen 1946 und 1966 gewann er sieben Mal die Lan­desmeis­ter­schaft der dama­li­gen Tsche­choslowakei. 1950 wurde er Inter­na­tionaler Meis­ter, 1954 Inter­na­tionaler Großmeis­ter. 1957 gewann er das Zonen­turnier in Dublin mit 14,5 Punk­ten aus 17 Par­tien.
Im gle­ichen Jahr fand in Gotha ein renom­miertes inter­na­tionales Schachturnier statt, das vom sow­jetis­chen Großmeis­ter David Bron­stein gewon­nen wurde. Sil­ber holte hier Ludek Pach­man.
Im Rah­men dieser Ver­anstal­tung überre­de­ten dama­lige Arnold­is­chüler – an der Spitze Volk­er Schmidt – den Großmeis­ter zu einem Besuch an ihrem Gym­na­si­um, was Pach­man auch sofort in die Tat umset­zte.
Herr Schmidt stellte uns fre­undlicher­weise die fol­gen­den wertvollen his­torischen Auf­nah­men zur Ver­fü­gung:

   Grup­pen­fo­to am Hauptein­gang der Arnold­is­chule. Ludek Pach­man (1. Rei­he, 3. v.l. mit Blu­men), daneben der dama­lige DDR-Nation­al­train­er Platz, ganz rechts der dama­lige Schulleit­er Otto Nabielek.

   Noch ein Schnapp­schuss zur Fre­itreppe aus ähn­lich­er Per­spek­tive.

   Im Klassen­z­im­mer der dama­li­gen Klasse 12 B2 (heutiger Raum 403).
Ludek Pach­man (2. v.r.) zwis­chen Schulleit­er und DDR-Nation­al­train­er.

   Der dama­lige Schüler, Volk­er Schmidt (rechts) überre­dete den Großmeis­ter zum Besuch sein­er Ober­stufe. Vie­len Dank für diese tollen Erin­nerungs­fo­tos, lieber Herr Schmidt!

   Im Turnier­saal geschriebene Wid­mung Pach­mans.

Im Übri­gen sollte dieses Gothaer Turnier ein Glanzstück der Schachgeschichte her­vor­brin­gen:

Die fol­gende Par­tie wird gele­gentlich als die Unsterbliche Ver­lust­par­tie beze­ich­net. Der sow­jetis­che Großmeis­ter David Bron­stein (1924 – 2006) gehörte sein­erzeit zu den stärk­sten Spiel­ern der Welt. In Erin­nerung bleibt aus diesem Wet­tkampf, der im dama­li­gen Kul­turhaus in Gotha-Ost aus­ge­tra­gen wurde, aber vor allem seine einzige Ver­lust­par­tie. Der Pole Bog­dan Sli­wa (1922 – 2003) gewann früh eine Qual­ität, doch Bron­stein stellte in der Folge eine Rei­he geistre­ich­er Fall­en. Let­ztlich umschiffte Bog­dan Sli­wa alle Klip­pen und gewann eine denkwürdi­ge Schach­par­tie.

Sliwa,Bogdan – Bronstein,David Gotha Gotha, 12.09.1957

1.d4 f5 2.g3 Sf6 3.Lg2 g6 4.Lg5 Lg7 5.Sc3 Sc6 6.Dd2 d6 7.h4 e6!? 8.0–0-0 h6 9.Lf4 Ld7 10.e4 fxe4 11.Sxe4 Sd5 12.Se2 De7 13.c4 Weiß ist mit der etwas aktiv­eren Stel­lung aus der Eröff­nung gekom­men. 13…Sb6? Schw­er zu sehen – aber nach diesem Zug kommt Schwarz schon in Schwierigkeit­en. [13…Sxf4 14.Sxf4 Df7 ] 14.c5 dxc5 15.Lxc7! 0–0? Das führt zu materiellen Ver­lus­ten. Es ist nicht vorstell­bar, dass Bron­stein dies überse­hen hätte. Offen­bar schätzte er die Alter­na­tiv­en als noch weniger hoff­nungsvoll ein. [15…cxd4 16.Sd6+! Kf8 17.Sf4 Gabel­dro­hung gegen g6 17…Le8 18.The1 mit sehr starkem Angriff für Weiß.] 16.Ld6 Df7 17.Lxf8 Txf8 18.dxc5 Sd5 19.f4 Weiß hat deut­lichen materiellen Vorteil. Auch wenn sich im Moment kein klares Angriff­sziel bietet, wird Sli­wa die Par­tie sich­er gewin­nen. Bron­stein lässt nun eine Rei­he stark­er Vertei­di­gungsideen und Fall­en fol­gen, die von Weiß größte Aufmerk­samkeit erfordern. 19…Td8 20.S2c3 [Eine gute Alter­na­tive war 20.h5 um die Stel­lung am Königs­flügel zu öff­nen.] 20…Sdb4 21.Sd6 Df8 22.Sxb7 Weiß hat einen weit­eren Bauern gewon­nen, doch nun begin­nt die angedeutete Serie phan­tasievoller Fall­en. 22…Sd4!! 23.Sxd8 Lb5!! [23…Dxd8 24.De3 Sbc2 25.Dd3 ] 24.Sxe6! [Die erste Ver­suchung wäre 24.Sxb5 Das belässt Weiß zwar im Vorteil, doch die Gele­gen­heit­en für Fehltritte wer­den sich häufen. 24…Df5! Danach hat Weiß schon sehr viele Ver­lustzüge. Weiß muss schon Züge wie 25.Df2 find­en, mit denen er den Angriff abwehrt. (25.Dxb4?? Dc2# ; 25.Sc3?? Sxa2+ 26.Sxa2 Sb3# ; 25.Tde1?? Sxa2+ 26.Kd1 Db1+ 27.Dc1 Dxc1# ; 25.b3? Dxc5+ 26.Kb1 (26.Sc3?? Se2+ 27.Kb2 Lxc3+ 28.Kb1 Df5+ 29.Dd3 Sxd3 ) 26…Sxb5 und gewin­nt; 25.Sxd4?? Sxa2# ) 25…Sxa2+ 26.Kd2 Sxb5 27.Ke1 ] 24…Ld3! Wieder eine hüb­sche Falle, dies­mal mit einem Damenopfer. 25.Ld5! [25.Sxf8?? Sxa2+ 26.Sxa2 Sb3# ] 25…Df5 26.Sxd4+ Dxd5! und noch ein Damenopfer 27.Sc2! [27.Sxd5?? Sxa2# ] 27…Lxc3 28.bxc3 [Aber nicht 28.Dxc3? Sxa2+ ] 28…Dxa2 Die let­zte Falle 29.cxb4 Schwarz gab auf. [29.Sxb4?? Da1# (29…Db1# ) ] 1–0

1961 spielte Pach­man für die Tsche­choslowakei bei der Europa-Mannschaftsmeis­ter­schaft in Ober­hausen. Ins­ge­samt nahm er von 1952 bis 1976 an neun Scha­cholympiaden teil, acht Mal für die Tsche­choslowakei und 1976 in Haifa für Deutsch­land. Ursprünglich war Pach­man überzeugter Marx­ist, wurde aber später zum Dis­si­den­ten und zum beken­nen­den Katho­liken. Bere­its 1940 geri­et er wegen ein­er Stu­den­ten­demon­stra­tion in Haft. Wegen seines regimekri­tis­chen Ver­hal­tens während des Prager Früh­lings wurde er im August 1969 für anderthalb Jahre inhaftiert. Im Jan­u­ar 1972 wurde er erneut zu ein­er Haft­strafe verurteilt, durfte aber nach Ver­mit­tlung durch den Weltschachbund FIDE in den West­en aus­reisen und ließ sich in Deutsch­land nieder. Nach sein­er Aus­reise nach Deutsch­land 1972 spielte er bei der Solinger SG. Im Okto­ber 1975 erhielt er dann die deutsche Staat­sange­hörigkeit. Mehrmals spielte er in der deutschen National­mannschaft. Von 1985 bis 1989 unter­richtete er am Schachgym­na­si­um Altensteig. Zeitweise spielte er in der Oberli­ga für Thal­licht­en­berg. Er gehörte zu den weni­gen Schachspiel­ern, die eine aus­geglich­ene Bilanz gegen Bob­by Fis­ch­er aufzuweisen hat­ten: 2 Siege, 2 Nieder­la­gen und 4 Unentsch­ieden! Ludek Pach­man galt sein­erzeit als bedeu­ten­der The­o­retik­er auf dem Gebi­et der Eröff­nun­gen und des Mit­tel­spiels und schrieb viele Schachbüch­er. Im Jahre 2003 starb er in Pas­sau.